Partner
Services
Statistiken
Wir
KARNIVOOL | In Verses Tour 2026 - Carlswerk Victoria - 29.04.2026
KARNIVOOL spielen zum Anlass ihres neuen Albums „In Verses“ in zahlreichen namhaften Clubs und beehren an sieben Tourtagen auch deutsche Bühnen, darunter beispielsweise das Kölner Carlswerk Victoria. Im Supportprogramm: die Kanadier von INTERVALS.
Wer dieses Kölner Haus kennt, weiß, dass es keine kleine Adresse darstellt, und doch standen die anwesenden Konzertbesucher – eine bunte Mischung aus älteren Teenagern, Metalheads, gehobenen Semestern sowie überdurchschnittlich vielen weiblichen Musik-Fans anderer Sparten – dicht gedrängt und sichtlich gut gelaunt nebeneinander, sodass schon zu Beginn der Vor-Band INTERVALS kein Durchkommen mehr möglich war.
Krumtaktige Kanadier
Die aus Toronto stammende Musikgruppe INTERVALS hat dabei durchaus ins Vorprogramm von KARNIVOOL gepasst. Gleichwohl deutlich vertrackter und rein instrumental aufspielend, war eine Anschlussfähigkeit zum Haupt-Act erkennbar, zumal beide Bands dem Progressive-Lager zugerechnet werden und mit zugänglichen Lead-Gitarren das komplexe musikalische Geschehen einem breiteren Publikum vermitteln konnten. Der grundsätzlich ansprechende Auftritt galt natürlich der Promotion aktuellen Materials und dürfte bei dem einen oder anderen Konzertbesucher dazu beigetragen haben, dass die Band auf der persönlichen Beliebtheitsskala gestiegen ist.

Ausgewogen aufspielende Australier
Dass die Australier von KARNIVOOL zu den populäreren Metal-Acts dieser Tage zählen, beweisen nicht nur die 20 Millionen Spotify-Aufrufe des über 20 Jahre alten, zu den Klassikern der Band zählenden Tracks „Themata“ (live wurde die orientalisch angehauchte Nummer selbstredend performt), sondern auch die Tatsache, dass sie in Köln vor einem ausverkauften Haus spielten. Mit Blick ins Publikum wurde spätestens zu Beginn der langen, über 60 Minuten währenden Show klar, dass der australische Fünfer eine breite Masse erreichen und im Laufe seiner fast 30jährigen Karriere einen respektablen Status in der Musik-Szene erlangen konnte.

Das durfte bei der stilistischen Ausrichtung auch nicht verwundern, denn die Band kam bei aller Heaviness und progressiver Komplexität mit einer gehörigen Portion Eingängigkeit daher. Für Progressive-Metal-Fans war also genauso etwas dabei wie für diejenigen, welche vor allem die gefühlvollen Nummern wertschätzten. Die musikalische Aufstellung zwischen vertrackteren, ausgeklügelten Instrumentalpassagen, Alternative Rock und Gesangseinlagen, denen man einen gewissen Pop Appeal nicht absprechen konnte, holte daher altersgemischte Enthusiasten vielfältiger Genres ab.

Die Formation aus Down Under ließ es sich selbstverständlich nicht nehmen, ordentlich die Werbetrommel für die aktuelle LP „In Verses“ zu rühren, und immer wieder neue Songs live zu präsentieren. Damit kam, über den Abend verstreut, zunächst die erste Album-Hälfte zum Zuge, wobei der Eindruck entstand, dass die noch taufrischen Nummern nach kurzer Zeit bereits das Zeug hatten, hitverdächtige Publikumslieblinge zu werden. „Drone“, „Aozora“ sowie „Animation“ gaben Paradebeispiele für die Band-eigene Mixtur aus Eingängigkeit und Komplexität ab. Die zugängliche Gesangsmelodie im Chorus, das coole Break nach dem zweiten Refrain, die harmoniereich tönenden Gitarren der Bridge sowie das elaborierte Spiel gen Ende, das die Wiederholung des Kehrverses ersetzte – gerade „Animation“ sorgte in dem Kontext für Begeisterung beim Publikum. Spätestens zu dem Zeitpunkt fraß die mitsingfeste Meute Lead-Sänger Ian Kenny aus der Hand. Die Band dankte es ihr mit zwei Zugaben, ebenfalls vom aktuellen Langdreher („Opal“, „Salva“), und spendierte damit einen emotionalen Abschluss für einen an sich tadellosen Konzertabend.

FAZIT: KARNIVOOL, von den Kanadiern INTERVALS im Vorprogramm supportet, trafen im Kölner Carlswerk Victoria auf eine dankbare, bunt gemischte Crowd, die selbst die sperrigen Elemente und natürlich umso mehr die mitreißenden Hooklines der Musik frenetisch abfeierte. Der Abend untermauerte dabei eindrucksvoll, dass die fünf Australier zu den Größen der Progressive-Metal-Szene gehören und sich ihren Erfolg redlich verdient haben.

Kontakt